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Forschungsprojekt "KidSmart" soll Medienkompetenz in der KiTa fördern

In der Mediengesellschaft hängen gesellschaftliche Teilhabe und beruflicher Erfolg maßgeblich von den Fähigkeiten jedes einzelnen ab, sich in, mit und durch Medien zu artikulieren. Doch bereits vor dem Eintritt in die Grundschule zeigt sich auch hinsichtlich der Medienkompetenz die Bildungsschere. Obwohl es viele Ansätze für eine Medienerziehung im vorschulischen Bereich gibt, mangelt es vor allem an der breiten, qualifizierten Umsetzung und der Qualitätssicherung. An diesem Missstand setzt das Projekt "KidSmart" an, eines der größten interventiven Forschungsprojekte in diesem Bereich in Deutschland.

Koordiniert durch Prof. Gudrun Marci-Boehncke, Inhaberin des Lehrstuhls Neuere Deutsche Literatur/Elementare Vermittlungs- und Anwendungsaspekte der Technischen Universität Dortmund, will "KidSmart" konkrete Konzepte für die Vermittlung von Medienkompetenzen vor Ort entwickeln und realisieren, das KiTa-Personal für diese Vermittlung professionalisieren und die Umsetzung dieser Konzepte wissenschaftlich evaluieren. Um diese Ziele zu erreichen, steht hinter "KidSmart" ein Projektverbund: Neben dem wissenschaftlichen Partner Prof. Matthias Rath von der Forschungsstelle Jugend - Medien - Bildung der PH Ludwigsburg unterstützen IBM Deutschland sowie die Stadt Dortmund mit dem Dortmunder Systemhaus "dosys" und dem städtischen Eigenbetrieb "FABIDO" das Projekt.

 

"Medienbildung nachhaltig sichern"

 

Im Rahmen von "KidSmart" werden zunächst in Schulungen gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern Medienprojekte erarbeitet. Diese sollen die Kinder befähigen, ein breites Medienangebot von Buch bis PC kreativ zu benutzen. „Alle Bildung ist medial vermittelt. Und alle Kinder haben einen Anspruch darauf. Wir wollen wissen, wo Kids und pädagogisches Personal heute stehen und wie Medienbildung nachhaltig gesichert werden kann“, betont Prof. Gudrun Marci-Boehncke. Langfristiges pädagogisches Ziel sei es, die Kinder zu befähigen, Medien sowohl als Lernangebot als auch als Mittel kreativer Unterhaltung zu begreifen und zu nutzen.

 

Die Umsetzung der Medienprojekte in den Tageseinrichtungen wird von den beteiligten Wissenschaftlern begleitet: zum einem personell, indem Studierende der TU Dortmund als Tandempartner die Erzieherinnen und Erzieher in der medienpädagogischen Arbeit beratend begleiten. Zum anderen werden die Kompetenzen der Kinder, der Erzieherinnen und Erzieher und das familiäre Umfeld an mehreren Messzeitpunkten erfasst. Das methodisch breite Vorgehen - neben Fragebögen kommen auch Beobachtungsverfahren und Tiefeninterviews zum Einsatz - sichert hierbei eine hohe Validität der Forschungsergebnisse. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei den Migrationshintergründen der Kinder. Die Erhebung des familiären Umfelds erfolgt in sieben Sprachen: Türkisch, Arabisch, Russisch, Serbokroatisch, Polnisch, Französisch und Deutsch.

 

Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen Erkenntnisse zur Medienrealität von vier- bis fünfjährigen Kindern und deren Eltern sowie zur Medienkompetenz von Erzieherinnen und Erziehern in Kitas liefern. »KidSmart« soll zudem Aussagen über die Wirkung der im Projekt entwickelten medienpädagogischen Interventionen in der frühen Bildung erlauben. Gleichzeitig ist »KidSmart« auch ein Weiterbildungsprojekt, denn die beteiligten Erzieherinnen und Erzieher, die Eltern und auch die beteiligten Lehramtsstudierenden erwerben Kompetenzen im Bereich der Vermittlung von umfassender kreativer Mediennutzung in der Früherziehung.



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Kontakt

Prof. Dr. Gudrun Marci-Boehncke

Emil-Figge-Str. 50

R. 3.241

Tel.:(0231) 755-2923

Fax: (0231) 755-4498