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Der Medien-Doktor geht online

Unter www.medien-doktor.de startet jetzt ein in Deutschland bisher einmaliges Monitoring Projekt, das die Medizinberichterstattung in deutschen Medien beobachtet: Regelmäßig bewertet ein Team von angesehenen Medizin- und Wissenschaftsjournalisten dazu ausgewählte Beiträge in Zeitungen, Magazinen, TV-, Radio- und Internet-Angeboten.

mediendoktorDie Bewertungen werden auf der Internetseite veröffentlicht und mit Empfehlungen versehen. Maßstab für die Begutachtung ist ein international erprobter Katalog von Qualitätskriterien, der am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit den journalistischen Gutachtern weiterentwickelt wurde.

 

Neben herausragenden Beiträgen finden sich in den Medien fast täglich auch höchst fragwürdige Artikel und Sendungen zu medizinischen Fragen: Der Nutzen einer Therapie ist übertrieben dargestellt, auf Nebenwirkungen wird nicht eingegangen, die kritische Einschätzung eines weiteren Experten fehlt,  eine Pressemitteilung war die einzige Quelle. „Journalisten machen sich so regelmäßig – bewusst oder unbewusst – zum Sprachrohr von Medizinern und Pharmafirmen statt zu ihrem kritischen Betrachter“, sagt Marcus Anhäuser, Leitender Redakteur von medien-doktor.de: „Unzählige Menschen haben sich wegen einer schlechten Medizinberichterstattung schon falsche Hoffnungen oder unnötige Sorgen gemacht.“

Der Medien-Doktor möchte Journalisten in allen Medien und in allen Ressorts für Standards einer besseren Berichterstattung über Medizinthemen sensibilisieren. Gemeinsam ist den verwendeten Kriterien, dass sie sich stark an dem orientieren, was Leser und Zuschauer, Patienten und ihre Angehörige an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild zu machen. Dazu gehört, dass der Nutzen einer Therapie oder eines Diagnoseverfahrens nicht übertrieben dargestellt wird, dass Nebenwirkungen, Kosten und Alternativen thematisiert werden, dass es eine Einschätzung gibt, wie neu ein Ansatz wirklich ist und dass klar wird, wann ein Mittel verfügbar oder wie gut die Aussagekraft einer Studie ist.

Die medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien. Diese berücksichtigen stärker den redaktionellen Alltag von Journalisten. Faktoren wie Aktualität und Relevanz, Richtigkeit der Fakten, Verständlichkeit und journalistische Umsetzung fließen daher stärker in die Bewertung ein als bei den Vorgänger-Projekten in Kanada und in den USA. „Der Medien-Doktor orientiert sich bewusst auch an dem, was Journalisten selbst als Qualität definieren“, sagt Professor Holger Wormer, Projektleiter von medien-doktor.de am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus.

Dabei geht es den Betreibern keineswegs darum, möglichst viele schlechte Beispiele zu finden. Mindestens ebenso wichtig sind Positivbeispiele für eine Medizinberichterstattung, die anderen Medien und Journalisten als Vorbild dienen können.

Die Träger der Initiative Wissenschaftsjournalismus - die Robert Bosch Stiftung, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die BASF- die medien-doktor.de mit einer Anschubfinanzierung unterstützen, erhoffen sich von den Projekt eine weitere Verbesserung der Qualität der wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung in Deutschland. Auch führende Verbände von Wissenschaftsjournalisten wie die Wissenschaftspressekonferenz (WPK) und der Verband der Medizinjournalisten (VDMJ) unterstützen das Projekt.

 



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Kontakt

Der Medien-Doktor ist ein Projekt des:

 

 

Institut für Journalistik

Technische Universität Dortmund

Prof. Holger Wormer

Emil-Figge-Straße 50

44227 Dortmund

Tel.: 0231 / 755 – 6231

 

und der

 

 

Technische Universität Dortmund

Wissenschaftszentrum Erich-Brost-Haus

Otto-Hahn-Str. 2

44227 Dortmund

Tel.: 0231 / 755 69 68