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Libri vitae – Christliches Totengedenken zwischen Mittelalter und Moderne

Vom 15. bis 18. September 2010 findet in St. Gallen und in Pfäfers ein Internationales Kolloquium zu Formen und Funktionen der mittelalterlichen Memoria statt, das gemeinsam vom Historischen Institut der TU Dortmund und dem Stiftsarchiv St. Gallen und in Kooperation mit dem Historischen Instituts der Universität Duisburg-Essen ausgerichtet wird.

Libri vitae quer_klein Memoria, das Gedenken an die Lebenden und Verstorbenen, nahm im Mittelalter einen wichtigen Platz im alltäglichen Leben ein. Entsprechend trug man bereits zu Lebzeiten Sorge um die eigene Memoria und stiftete aus diesem Bedürfnis nach posthumem Gebetsgedenken an monastische Gemeinschaften, Spitäler und Pfarrkirchen.

 

Bereits im frühen Mittelalter wurde eine solche Schenkung an das Kloster mit einem Eintrag des Namens in den Liber vitae, das «Buch des Lebens», verknüpft. Aus dem Kloster St. Gallen sind zwei Libri vitae aus dem 9. Jahrhundert erhalten, die gemeinsam mit dem Liber viventium der Abtei Pfäfers im Stiftsarchiv aufbewahrt werden. Mit dem in Zürich gehüteten Reichenauer Liber vitae bildet der Bodenseeraum somit einen Brennpunkt der Überlieferung solcher Gedenkbücher, von denen aus dem Frühmittelalter insgesamt nur neun erhalten geblieben sind.

 

Aktuelle Editions- und Forschungsvorhaben, die sowohl in Dortmund wie auch an den Universitäten Essen-Duisburg und Bochum durchgeführt werden, bilden den Ausgangspunkt dieser Tagung, die auch die Veränderungen der Memorialkultur bis zur Neuzeit einbeziehen und neue Forschungsansätzen und Methoden in einem übergreifenden Ansatz diskutieren will. Die Tagung wird unterstützt von der Gerda Henkel Stiftung und dem Schweizer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

 

Gleichzeitig findet in St. Gallen vom 15. September bis zum 14. November die Ausstellung „Libri vitae. Bücher des Lebens - Lebendige Bücher“ statt, in der die Schriftzeugnisse der mittelalterlichen Memoria präsentiert werden.