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"60 Jahre Pressefreiheit": Symposium zu Ehren von Professor Dr. Kurt Koszyk

Mit einem Symposium "60 Jahre Pressefreiheit" ehrten die Fakultät Kulturwissenschaften und das Institut für Zeitungsforschung der Stadt Dortmund am Freitag, dem 6. November, den Gründer des Instituts für Journalistik der Dortmunder Universität, Prof. Kurt Koszyk, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte. Auch NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart war aus Düsseldorf angereist, um Koszyk, einem der bedeutendsten deutschen Kommunikationswissenschaftler, persönlich zu gratulieren.

Prof. Dr. Kurt Koszyk wurde am 31.05.1929 in Dortmund-Sölde geboren. Nach seiner Schulzeit in Dortmund studierte er in Münster und München Publizistik und Englische Philologie. Bei Karl d` Ester, einem Mitbegründer der Zeitungswissenschaft, promovierte er 1953 mit einer historischen Arbeit über die Geschichte der Sozialdemokratischen Presse im Ruhrgebiet. 1957 ernannte ihn die Stadt Dortmund zum Leiter des 1926 gegründeten Instituts für Zeitungsforschung, das trotz teilweiser Zerstörung im Krieg eine der größten deutschen Zeitungssammlungen bietet. Koszyk war in der damaligen wissenschaftlichen Szene der jüngste Institutsdirektor.

 

1968 habilitierte er sich über die Pressepolitik im Ersten Weltkrieg an der FU Berlin und erhielt danach einen Ruf an die Ruhr-Universität Bochum als Leiter der Sektion Publizistik, wo er fünf Jahre blieb, bevor er erneut die Leitung des Instituts für Zeitungsforschung übernahm. Der damalige NRW-Wissenschaftsminister Johannes Rau berief Koszyk zum Leiter einer aus Wissenschaftlern und Praktikern der Medien zusammengesetzten Planungskommission für einen neuartigen Studiengang Journalistik. 1977 wurde Kurt Koszyk Gründungsprofessor dieses Studiengangs an der PH Hochschule Ruhr, Abteilung Dortmund (heute Institut für Journalistik der TU Dortmund). 1992 wurde Koszyk emeritiert. Er lebt in München.

„60 Jahre Pressefreiheit“: Sternstunden und Tiefpunkte

Die Pressefreiheit in der Bundesrepublik ist etwas jünger als das Grundgesetz. Im Herbst 1949 hoben die Alliierten die Lizenzpflicht für Zeitungen auf. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, eine der ersten ohne Lizenz gegründeten Zeitungen im Nachkriegsdeutschland, startete mit der Ausgabe vom 1. November 1949. Seitdem hat der Journalismus zur Entwicklung der deutschen Gesellschaft beigetragen - im Großen und Ganzen eine Erfolgsgeschichte. Neben Sternstunden wie der Stärkung der Medien nach der Spiegel-Affäre, der intensiven Berichterstattung über die NS-Prozesse oder der blühenden Publizistik nach dem Ende des SED-Regimes in der DDR gab es allerdings auch Tiefpunkte wie die Publikation der gefälschten Hitler-Tagebücher oder die Fernseh-Berichterstattung über die tödliche Geiselnahme von Gladbeck. Das Symposium gab einen Überblick über solche Sternstunden und Tiefpunkte, aber auch die alltäglichen Leistungen und Fehlleistungen von Journalisten in sechs Jahrzehnten.

Dazu berichteten ältere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund und eingeladene Gäste von ihren Erinnerungen und Erfahrungen. Den Impulsvortrag hielt der frühere WDR-Intendant Friedrich Nowottny, der 2009 ebenfalls seinen 80. Geburtstag feiern konnte.

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